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10.08.2015

Uff, das waren heute so viele Eindrücke, dass ich Kopfschmerzen davon bekommen habe. Nun haben wir erstmal Einkäufe erledigt im Hypermarché, hier gibt es sogar Sojamilch (auch wenn ich die nicht trinke), dort erstmal gutes Apfelmus vom Netto gekauft (muahahaha) und alles für ein europäisches Frühstück. Hier ist der Kunde noch König, überall wird man nett begrüßt und man packt dir deinen Einkauf ein und trägt ihn dir bis zum Taxi. Alle weiteren Lebensmittel werden dann wohl eher auf dem lokalen Markt gekauft, da man in den Supermärkten locker den doppelten und manchmal auch den vierfachen Preis bezahlt (verrückt, wenn man bedenkt, wie arm die Bevölkerung ist und welcher Bruchteil sich das überhaupt leisten kann). Danach haben wir die Sklaveninsel Goree und das Sklavenhaus besucht, in dem Sklaven in Verliesen mit minimalen Sichtschlitzen gehalten wurden und über ihnen die Kolonialherren mit ihren lokalen "Geschäftspartnern" die Aussicht aufs Meer genießen konnten. Die Insel ist mit dem Schiff nur 15 min von der Stadt entfernt und ist herrlich, um ein bisschen dem Chaos zu entfliehen und zu relaxen und natürlich ein bisschen lokale Geschichte kennen zu lernen. Nach unserem Ausflug ging es wieder zurück ins Chaos, vorbei an zig Verkaufsständen bis auf den großen Markt, wo es von allerlei Fälscherware bis hin zu Heilkräutern, Cremes, Lebensmitteln, Handys einfach alles gibt. Man muss nur gut aufpassen, wo man hintritt (nicht in Schlammlöcher), dass man nicht von Autos oder Mopeds angefahren wird und auch nicht ausgeraubt wird, sowie keine Kohlenmonoxidvergiftung erleidet. Überall ist es laut, wird gehupt, mit Megafon Ware angeboten, Taxifahrer haben Sirenen, die sie benutzen um irgendwo durchzukommen, jeder fährt nach seinen eigenen Regeln, frei nach dem Motto: Wo Platz ist und wer zuerst kommt. Zwischen dem ganzen Chaos wieder die Talibe (die Bettelkinder), Frauen, die auf der Straße sitzen und ihr Thiakry aus 1l-Joghurtbechern essen, Früchte oder Wasser verkaufen... Auf der Taxifahrt (ohne Taxi kommt man hier nicht weit, oder man läuft einfach stundenlang oder muss eines der öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, wo sich 20 Leute in einen Kleinbus quetschen, das kenn ich ja noch aus Russland) nach Hause, wurde uns auf der - ich nenne es mal Bundesbahn, denn so sieht sie aus- noch alles mögliche angeboten: Batterien, Kopfkissen, Festnetztelefone, Wäscheklammern, Taschentücher (alles, womit man ein bisschen Geld machen kann), einer ist uns mit seinen Kopfkissen neben dem Fenster hinterher gelaufen, ein anderer war auf Inlineskates unterwegs. Und in diesem ganzen Verkaufs- und Verkehrschaos mit tausenden Menschen und Autos gibt es 2 Dinge, die bemerkenswert sind: 1. Jogger--> Männer, die durch dieses verpestete Chaos laufen und 2. Schafe, die vor den Verkaufsständen liegen und anscheinend genau wissen, wie weit sie laufen dürfen, als würde sie ein elektrischer Zaun umgeben. Zum Abendessen haben wir uns ziemlich erschöpft original senegalesische Pizza und Hamburger gegönnt --> ganz ohne Montezumas Rache, Glück gehabt (das Café machte nicht den besten Eindruck, aber wir waren am Verhungern). So, das war's dann erstmal für heute.

10.8.15 11:57

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